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Der Patient als Mensch. Miteinander reden ist wichtig.
Die Zusammenarbeit zwischen Arzt und Patient im Rahmen einer Krebserkrankung ist eine große Herausforderung für beide Kommunikationspartner. Zu irgendeinem Zeitpunkt realisiert jeder Behandler, dass es in der Therapie neben der Wahl der richtigen Methode, vor allem darauf ankommt, den Patienten auf der Ebene von Mensch zu Mensch zu erreichen.
Patienten brauchen neben der fachlichen Kompetenz der Ärzte vor allem Fürsorglichkeit, Verständnis und Mitgefühl.
Die Gründe für die oft schlechte Kommunikationsstruktur, an der Ärzte und Patienten gleichermaßen leiden, sind auf institutioneller und auf persönlicher Ebene zu suchen.
Auf der persönlichen Ebene spielen folgende Faktoren eine Rolle:
Viele Ärzte leiden an einem Burn-out-Syndrom, das eine ganz normale menschliche Reaktion auf Überlastung und Stress ist, aber vermieden werden kann, wenn Warnsignale früh genug richtig gedeutet werden.
Vorbeugende Maßnahmen für Ärzte und Pflegepersonal können diesen Warnsignalen entgegentreten:
"Das wichtigste Instrument der Begleitung ist der Begleiter selbst." (W.König, 1993)
Wenn Ärzte Patienten begegnen, sollten Sie verschiedene Grundprinzipien hilfreicher Begegnung kennen. Dies erleichtert die Arbeit und macht eine gute und von Vertrauen geprägte Beziehung erst möglich.
In der Betreuung Schwerkranker wird die Pflegeperson als ganze Persönlichkeit gefordert:
Ihr Einfühlungsvermögen, ihre Wahrnehmungsfähigkeit, ihre Emotionalität, ihre Beziehungsfähigkeit, ihr Mitgefühl, ihre Intuition und Kreativität.
Um eine Beziehung hilfreich für den Patienten werden zu lassen, sollte die Grundhaltung des Betreuers von einigen Grundvariablen bestimmt sein, die C. Rogers wie folgt formulierte:
Empathie: Einfühlendes, nicht wertendes Verstehen
Empathisch sein könnte man mit „in die Schuhe des Anderen schlüpfen“ umschreiben.
Der Betreuer muss in der Lage sein, sich auf den Patienten einzustellen. Dazu ist es erforderlich, die eigene Person eine zeitlang in den Hintergrund zu stellen, um aus den verbalen Äußerungen, aber oft auch nur aus der Körpersprache erfühlen zu können, was den Patienten bewegt und beschäftigt.
Der Helfer muss sich berühren lassen, sich aber gleichzeitig auch gut abgrenzen können.
Einige Aspekte der Empathie:
Es handelt sich also bei diesen Grundlagen hilfreicher Gespräche nicht um ein mechanisch-technisches Einüben von Kommunikationsfertigkeiten oder Strategien, sondern einzig und allein um die Bereitschaft, sich dem Patienten tatsächlich zuzuwenden, ihn wahrzunehmen, mit all seinen Gedanken und Gefühlen.
Das Gefühl verstanden zu werden vermindert Einsamkeit und Isolation und führt oft schon nach einem Gespräch zu großer Erleichterung.
Nicht-wertende Akzeptanz
Dies bedeutet, dass der Betreuer alles, was der Patient mitteilt, annimmt, ohne eigene oder gesellschaftliche Wertmaßstäbe anzulegen. Es soll eine Atmosphäre geschaffen werden, die es dem Patienten ermöglicht, auch Gedanken und Gefühle, die ihm unangenehm sind, oder für die er sich schämt und schuldig fühlt, auszusprechen, ohne dass er sich fürchten muss, belächelt, korrigiert, verurteilt oder gar verlassen zu werden.
Die Dimension Wertschätzung beinhaltet die Grundhaltung Achten – Wärme – Sorgen.
Wichtige Fragen hierbei sind:
Der Arzt muss nicht alles gut oder richtig finden, was der Patient sagt, das Entscheidende ist, dass er es gar nicht findet, das bedeutet, dass es weder positiv noch negativ bewertet wird.
Diese Bewertungsabstinenz ist Grundvoraussetzung dafür, dass sich ein Patient öffnen kann, ohne Angst vor Ablehnung. Außerdem gewährleistet Wertfreiheit die neutrale Haltung des Arztes gegenüber dem Patienten.
Gelingt es dem Betreuer, den Patienten mit all seinem Schmerz, seiner Verzweiflung und seiner Hilflosigkeit anzunehmen und das auch auszuhalten, wird es auch für den Patienten selbst leichter sein, sich selbst so zu akzeptieren.
Non-Direktivität
Menschen haben sich im Laufe des Lebens ganz individuelle Strategien erarbeitet, die sich für die Bewältigung von schwierigen Situationen bewährt haben. Jeder hat sein ganz persönliches Lebensmuster entworfen und gelebt und so hat auch jeder Mensch das Recht darauf, sein Leben und auch sein Sterben nach seinen Ideen zu gestalten.
Machen Sie dem Patient keine Vorschläge in Richtung:
Der Betreuer kann also nur Begleiter sein, der Alternativen oder Lösungsvorschläge aufzeigt, die Entscheidung bleibt letztendlich aber immer beim Patienten und muss akzeptiert werden.
Selbstkongruenz: Echtheit
Selbstkongruent sein bedeutet echt und authentisch sein. Das Ziel in der Kommunikation ist es, lebendig zu bleiben und zu den eigenen Gefühlen wie Aggression, Angst und Hilflosigkeit zu stehen und diese nicht z.B. mit starrem, denkhaftem Verhalten abzuwehren.
Kongruent sein bedeutet:
"Therapie ereignet sich weder im Arzt noch im Patienten, sondern zwischen beiden" (M. Balint)
Damit Helfer hilfreich sein können, müssen sie selbst sehr gut auf sich achten.
Die Gefahr eines Burn-out-Syndroms und einer Depression ist gerade bei Menschen, die in helfenden Berufen tätig sind sehr groß!
Selbstfürsorge:
Um eine möglichst gute, tragfähige und von Vertrauen geprägte Beziehung zu Patienten herzustellen beachten Sie folgende Punkte:
Gesprächsführung:
Basis für jedes Gespräch zwischen Arzt und Patient sind: Empathie, Akzeptanz, Non-Direktivität, Kongruenz (siehe C.Rogers)