
Univ.-Prof. Dr. Günter Schneider, Leiter des Röntgenambulatoriums der GKK Steiermark in Graz
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Die Vorsorgeuntersuchung:
BRUSTKREBS
Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung der Frau. Jede 10. Frau erkrankt im Laufe ihres Lebens daran. In den letzten 25 Jahren hat dieses sogenannte "Mammakarzinom" um 40% zugenommen, jährlich werden über 4.000 Neuerkrankungen in Österreich verzeichnet und sterben etwa 1.800 Frauen daran.
Wir unterscheiden bei dieser Erkrankung mehrere Stadien. Im Frühstadium ist der Tumor umschrieben und nur in der Brust lokalisiert. Das fortgeschrittene Stadium: Es kommt zum Befall von regionalen Lymphknoten und in weiterer Folge zur Absiedelung von Krebszellen in den ganzen Körper. Je früher das Mammakarzinom diagnostiziert wird, desto besser sind die Heilungschancen! Immerhin: Trotz steigender Häufigkeit des Brustkrebses ist die Sterblichkeit in den letzten 10 Jahren gleichgeblieben. Das heißt, die frühere, verbesserte Diagnostik und Behandlung führt zu einer Erhöhung der Heilungschance.
Doch jede Frau kann selbst etwas tun: Vitamin- und faserreiche, sowie alkohol- und fettarme Ernährung senken nämlich das individuelle Risiko einer Brustkrebserkrankung.
Auch an eine durchaus kritische Verabreichung von Hormonpräparaten muss gedacht werden. Und ab dem 25. Lebensjahr gehören dann unbedingt dazu: eine Brustselbstuntersuchung monatlich, die ärztliche Tastuntersuchung jährlich, und ab dem 40. Lebensjahr eine Mammographie (Bruströntgenuntersuchung) in 1 2-jährigen Abständen.
Es ist erwiesen: Bestimmte Frauen haben ein erhöhtes Risiko, Brustkrebs zu bekommen, nämlich wenn die Mutter und/oder Schwester und/oder Tochter an Brustkrebs erkrankt ist, und/oder ein Zustand nach Brustkrebs der anderen Brust gegeben ist, und/oder bestimmte atypische Brustgewebsveränderungen vorliegen. Diese Frauen müssen zwischen 30 und 40 alle 2 Jahre und ab dem 40. Lebensjahr dann jährlich zur Mammographie.
Womit wir bei einem wichtigen Thema wären: Die Basis jeder Brustdiagnostik ist die Mammographie, verbunden mit einem Tastbefund und der Krankengeschichte. Eine qualitätsvolle Mammographie erfaßt 90% der Karzinome, sie kann sogar nicht tastbare Frühkarzinome mit guter Heilungschance entdecken und die normierte Einstellung der Aufnahme ergibt schließlich eine ideale Information für spätere Verlaufskontrollen (kleinste Änderungen werden dann sichtbar). In manchen Fällen braucht man zur Vervollständigung noch eine Zusatzuntersuchung: am häufigsten den Ultraschall und in speziellen Fällen die Kernspintomographie. Eine Ultraschalluntersuchung der Brust hilft die Anzahl der operativen Eingriffe zu verringern, bringt bei gewissen Fällen einen entscheidenden diagnostischen Beitrag (z.B. bei dichter Brust), darf aber wegen zu großer diagnostischer Unsicherheit nie als alleinige Untersuchung eingesetzt werden. Die Kernspintomographie wiederum kommt bei recht speziellen Fragestellungen zum Einsatz (z.B. bei einer besonders dichten Brust einer Risikopatientin, einer Prothesenbrust, Narbenbrust und auch zum Ausschluss von Mehrherdigkeit eines Brustkrebses.
Übrigens: Das Strahlenrisiko ist ab dem 35. 40. Lebensjahr vernachlässigbar klein, bei 100.000 Mammographien würde vielleicht 1 Karzinom entstehen, gleichzeitig entdeckt man damit aber etwa 1.000 Brustkrebserkrankungen in einem heilbaren Stadium.
Ziel der Brustkrebsvorsorge ist also die Erfassung eines Brustkrebses, bevor er tastbar wird. Denn durch diese Frühdiagnose ist eine Heilung von 90 bis 95% möglich! Brustkrebsvorsorge ist nur dann effektiv, wenn eine Frau regelmäßig zur Mammographie geht auch wenn sie völlig beschwerdefrei ist!
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