Univ.-Prof. Dr. Werner Klein, Leiter der Klinischen Abteilung f. Kardiologie an der Med. Universitätsklinik Graz



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Die Vorsorgeuntersuchung:
HERZ-KREISLAUF-ERKRANKUNGEN

Herz-Kreislauf-Erkrankungen stellen in den meisten Ländern der westlichen Welt, so auch in Österreich, die häufigste Todesursache dar. Etwa die Hälfte der Bevölkerung verstirbt an diesen. Die wichtigste dieser Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist die "Koronare Herzkrankheit".

In einem Drittel der Fälle ist die Erstmanifestation ein Herzinfarkt, also eine lebensbedrohliche Erkrankung und in einem Viertel der Fälle ein plötzlicher Herztod, bevor der Erkrankte das Spital erreicht. Aus diesem Grunde ist eine Prävention der koronaren Herzkrankheit von ganz besonderer Bedeutung.

Im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen der österreichischen Sozialversicherungen werden die verschiedenen Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, wie hoher Blutdruck, erhöhte Blutfette, Nikotinkonsum. Diabetes usw. erhoben. Das Vorhandensein eines oder gar mehrerer dieser Risikofaktoren erhöht die Wahrscheinlichkeit, eine Konorarerkrankung zu erleiden, um ein Vielfaches. So wird jeder zweite Diabetiker früher oder später koronarkrank und 80% der Diabetiker sterben an einem Herztod.

Eine frühzeitige Erfassung dieser Risikofaktoren und die energische, aggressive Bekämpfung würden dem Auftreten der Konorarerkrankung und ihren tödlichen Folgen, wie Herzinfarkt und plötzlichem Herztod, energisch entgegenwirken.

Die Maßnahmen zur Bekämpfung der Risikofaktoren sind eine gesunde, obst- und gemüsereiche sowie fettarme Ernährung, regelmäßige körperliche Bewegung und das Aufgeben des Rauchens. Insbesondere der regelmäßigen körperlichen Aktivität kommt allergrößte Bedeutung zu, weil damit auch das Auftreten des sogenannten „metabolischen Syndroms“ (Übergewicht, hoher Blutdruck, erhöhte Blutfette, Zuckerkrankheit) verhindert werden kann. In den Vereinigten Staaten hat sich in den letzten 10 Jahren die Häufigkeit des metabolischen Syndroms durch Bewegungsmangel und Überernährung vervielfacht und damit auch die Häufigkeit der Zuckerkrankheit. Aus kontrollierten epidemiologischen Untersuchungen wissen wird, dass das Risiko der Entwicklung eines Herzinfarktes z.B. durch regelmäßige körperliche Bewegung und Diät um 70% verringert werden kann!