
Prim. Univ.-Doz. Dr. Günter Forche, Vorstand der Internen Abteilung des Krankenhauses der Elisabethinen Graz
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Die Vorsorgeuntersuchung: CHRONISCHE BRONCHITIS und LUNGENKREBS
Tatsache ist, dass 80 % aller Fälle von chronischer Bronchitis, 85-90 % der Lungenkrebserkrankungen, die Hälfte aller Harnblasenkrebse und ein Drittel aller Herzerkrankungen in Österreich nicht schicksalhaft, sondern einer einzigen gemeinsamen Ursache, nämlich dem Rauchen, zugeschrieben werden müssen!
Die Lunge ist das erste betroffene Organ, das praktisch wie ein Filter für die vielen hundert Schadstoffe, die im Zigarettenrauch enthalten sind, wirkt. Die meist daraus fogende Erkrankung der Atemwege bezeichnen wir als chronische Bronchitis oder COPD (chronic obstructive pulmonary disease). Dabei sind die Atemwege durch eine chronische Entzündung, eine Schwellung der Bronchialschleimhaut und einen vermehrten zähen Bronchialschleim verengt.
Krankheitstypisch ist der immer wiederkehrende Husten, verbunden mit einem grau-weißlichen bis gelblich-grünen Auswurf. In Österreich schätzt man zirka 400.000 Personen, welche eine COPD haben. Meist wird die Erkrankung, die zuerst durch Husten und Auswurf, im fortgeschrittenen Stadium durch Atemnot charakterisiert ist, zu spät in einem Stadium, wo eine Heilung nicht mehr möglich ist, erkannt. Daraus resultiert eine hohe Krankenstandsdauer, eine hohe Anzahl von Patienten, die im Krankenhaus eine lange und aufwändige Behandlung benötigen, schließlich Frühinvalidität und vorzeitiger Tod. COPD ist immerhin die fünfthäufigste Ursache, welche zum vorzeitigen Ableben führt.
Lungenkrebs macht 20 % unter allen männlichen und 11 % unter allen weiblichen Karzinompatienten aus und zählt somit zu den häufigsten Todesursachen unter den Krebserkrankungen bei beiden Geschlechtern. Dabei steht Rauchen als die epidemiologisch und experimentell gesicherte Ursache des Lungenkrebses fest. So befinden sich im Tabakrauch hunderte Substanzen, die Krebs erzeugen können.
Gesichert ist inzwischen auch, dass das Passivrauchen zu Lungenkrebs führt. Dringend verdächtig ist das Auftreten eines trockenen Hüstelns bis Husten in weiterer Folge verbunden mit geringen Blutbeimengungen im Auswurf.
Als wichtigste vorsorgemedizinische Maßnahme ist daher das Rauchen einzustellen. Sowohl die chronische Bronchitis, als auch der Lungenkrebs sind, abgesehen von anderen, durch Tabakkonsum hervorgerufenen Erkrankungen durchaus zu vermeiden, wenn der Nikotinkonsum ausgeschaltet werden kann. Dazu stehen heute bereits etliche therapeutische Möglichkeiten zur Verfügung, wobei Schulung und psychologische Betreuung wichtige Faktoren darstellen, die durch den Einsatz von Nikotinersatzstoffen wie Pflaster und Sprays unterstützt werden.
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