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Thema des Monats Februar "Krebs: Vorsorge – Früherkennung Ein Überblick"

Mag. Nina Bernhard, Bakk.

Zusammengestellt von Mag. Nina Bernhard, Bakk., Klinische und Gesundheitspsychologin, Arbeitspsychologin und Beratungsteamleiterin bei der Krebshilfe Steiermark sowie Sprecherin der Beraterinnen der Österreichischen Krebshilfe.
 

"Krebs: Vorsorge – Früherkennung. Ein Überblick"

Im Jahr 2016 erhielten nach Statistik Austria 40.718 Menschen die Diagnose Krebs in Österreich - 21.652 Männer und 19.066 Frauen. Zum Jahresende 2016 lebten in Österreich rund  350.600 Personen mit der Diagnose Krebs und mehr als 20.000 Menschen erlagen in diesem Jahr ihrem Krebsleiden.

Die am häufigsten diagnostizierten Erkrankungen waren Darm-, Lungen-, Brust- und Prostatakrebs. Das Tumorstadium bei der Diagnose ist ein wichtiges Kriterium für die Prognose einer Krebserkrankung. Je früher die Erkrankung erkannt wird, desto besser ist die Prognose.

Es gibt Faktoren, die das Risiko beeinflussen, an Krebs zu erkranken. Diese Faktoren können angeboren (genetisch) oder erworben (z.B. ungesunder Lebensstil, HPV-Infektionen...) sein.

Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) zählen Rauchen und falsche, ungesunde Ernährung zu den häufigsten und größten Risikofaktoren.
 

Sie können aktiv dazu beitragen, Ihr Krebsrisiko zu senken indem Sie einen gesunden Lebensstil pflegen:

  • Betreiben Sie ausreichend Bewegung! Nützen Sie jede Gelegenheit, Bewegung zu machen. Wichtig dabei ist die Regelmäßigkeit, gehen Sie so oft wie möglich zu Fuß und verzichten Sie bei kurzen Strecken auf das Auto.
  • Rauchen Sie nicht! Im Tabakrauch sind über 4.000 Chemikalien enthalten, wovon sich ca. 50 als krebsfördernd erwiesen haben, weitere Stoffe werden als toxisch eingestuft und sind so gefährlich, dass z. B. Reinigungsmittel aufgrund dieser Stoffe verboten wurden!
  • Ernähren Sie sich gesund! Ernährung ist heute einer der wichtigsten Faktoren für das Krankheitsspektrum allgemein.
  • Pflegen Sie einen verantwortungsvollen Umgang mit Alkohol! Übermäßiger Alkoholkonsum sollte vermieden werden, da es dadurch nicht nur zu einer Schädigung der Leber, sondern auch zu einem erhöhten Krebsrisiko kommt.
  • Beachten Sie einen vernünftigen Umgang mit der Sonne! Die Sonne hat auch ihre Schattenseite: Extreme und intensive Sonnenbestrahlung kann Hautkrebs verursachen. Setzen Sie sich also nicht ungeachtet der Sonne aus und verwenden Sie an ungeschützten Stellen Sonnencremes mit hohem Lichtschutzfaktor.
  • Work-Life-Balance – schaffen Sie sich Freiräume, lassen Sie sich nicht von Job und Familie komplett vereinnahmen.

Die weit verbreitete Annahme, dass Stress oder Belastungen direkt eine Krebserkrankung auslösen können, lässt sich nicht bestätigen. Fest steht jedoch, dass es einen Zusammenhang zwischen dem Stressempfinden und einem ungesunden Lebensstil gibt. Personen, die sich gestresst fühlen, schlafen unregelmäßiger, achten weniger auf gesunde Ernährung und Bewegung, rauchen häufiger, trinken mehr Alkohol und Kaffee und greifen häufig zu Medikamenten um sich zu „beruhigen“. Diese Einflüsse schädigen den Körper und machen ihn so empfänglicher für Krankheiten. Daher ist es besonders wichtig, auch in stressigen und turbulenten Zeiten auf sich und seinen Körper acht zu geben.

Nehmen Sie Früherkennungsuntersuchungen in Anspruch!

Untersuchungen zur Krebsfrüherkennung haben das Ziel, Krebs in einem frühen Stadium zu entdecken, um so rechtzeitig Therapiemaßnahmen setzen zu können. Diese Maßnahmen werden im allgemeinen Sprachgebrauch „Vorsorge“-Untersuchungen genannt; es handelt sich aus medizinischer Sicht aber um Früherkennungsuntersuchungen.

Die Behandlung von Krebs im Frühstadium steigert die Heilungschancen erheblich und ist auch für Patientinnen und Patienten weniger belastend als eine Behandlung eines spät entdeckten Tumors in einem dann womöglich fortgeschrittenen Stadium. Bei vielen Krebserkrankungen gibt es die Möglichkeit, durch einfache Untersuchungen eine äußerst wirksame Früherkennung zu erreichen. Und Früherkennung kann Leben retten.

Die Österreichische Krebshilfe empfiehlt folgende Untersuchungen für Frauen und Männer:

Für Frauen:

  •  Tastuntersuchung der Brust: das Abtasten der Brust durch die Frau, den Arzt oder andere Dritte ersetzt keinesfalls die Mammographie und ist nicht geeignet, kleine Veränderungen in der Brust zu entdecken. Bei der Tastuntersuchung soll auf folgende Warnsignale geachtet werden:

    • Knoten in der Brust
    • Neu aufgetretene Einziehungen der Brustwarze
    • Größenveränderung der Brust
    • Einseitige blutige oder wässrige Sekretion aus der Brustwarze
    • Rötung der Brust
    • Ekzem der Brustwarze
    • Knoten in den Achselhöhlen
    • Schmerzen und Spannungen

  • Brustkrebs-Früherkennungsempfehlungen:

    • Frauen zwischen 45 und 69 Jahren werden mit dem Früherkennungsprogramm alle 2 Jahre zur Mammographie eingeladen bzw. können alle 2 Jahre einen Termin für eine „Vorsorge“-Mammographie mit einem teilnehmenden Radiologen vereinbaren (e-card erforderlich).
    • Frauen zwischen 40 und 44 bzw. 70 und 74 Jahren erhalten kein Einladungsschreiben, können jedoch freiwillig am Früherkennungsprogramm teilnehmen und sich selbst einladen (www.frueh-erkennen.at)
    • Frauen unter 40 und ab dem 75. Lebensjahr erhalten keine Einladung – haben aber natürlich die Möglichkeit eine Mammographie zur Abklärung von Auffälligkeiten in Anspruch zu nehmen.
    • Bei medizinischer Indikation kann mit ärztlicher Zuweisung auch außerhalb des Programms eine Mammographie durchgeführt werden.
    • Für HochrisikopatientInnen (Frauen mit nachweislicher BRCA-Mutation; Nachsorge-PatientInnen; etc.) gibt es eigene Früherkennungsempfehlungen, die nach Rücksprache mit dem Arzt/der Ärztin festgelegt werden.

  • Krebsabstrich des Gebärmutterhalses: ab dem 20. Lebensjahr einmal jährlich; Frauen ab dem 30. Lebensjahr wird zumindest alle 3 Jahre ein HPV-Test empfohlen. Dies gilt für HPV-geimpfte und nicht HPV-geimpfte Frauen. Dabei soll eine Doppel-Testung (HPV-Test und gleichzeitiger PAP-Abstrich) vermieden werden.
     
  • Impfung gegen HPV: Mädchen/Frauen und Buben/Männer ab dem 9. Geburtstag

    Für Männer:
  • Selbstuntersuchung der Hoden: ab dem 20. Lebensjahr einmal im Monat
     
  • Prostatavorsorgeuntersuchung: ab dem 45. Lebensjahr einmal jährlich, Männer mit erhöhtem Risiko (z.B. Männer deren Brüder und/oder Väter an Prostatakrebs erkrankt sind) sollten spätestens ab dem 40. Geburtstag beginnen
     
  • Harnuntersuchung: ab 40 einmal jährlich

    Für Männer und Frauen:
  • Darmkrebs-Okkulttest (Untersuchung des Stuhls auf Blut): ab dem 40. Lebensjahr einmal jährlich
     
  • Darmspiegelung: ab dem 50. Lebensjahr alle sieben bis zehn Jahre bei Stellen, die ein Qualitätszertifikat Darmkrebsvorsorge haben. Eine Auflistung aller Koloskopiestellen mit Qualitätszertifikat finden Sie unter www.krebshilfe.net oder www.oeggh.at.  
     
  • Hautselbstuntersuchung: zweimal jährlich
     
  • Impfung gegen HPV: Buben und Mädchen ab dem 9. Geburtstag

Umfassende Auskünfte zum Thema Vorsorgeuntersuchungen erhalten Sie auf der Homepage der Österreichischen Krebshilfe Steiermark: http://www.krebshilfe.at
 

Aus Liebe zum Leben!

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